How to do – Feuer machen, aber richtig!

Heute geht es in der Reihe „How to do“ bei mir im Outdoorblog ums Feuer machen. Kann doch Jeder, denkt sich jetzt so Mancher, aber weit gefehlt.
Bei der Thematik Feuer machen gibt es nämlich so einiges zu beachten. how-to-do-feuer-machen-aber-richtig-outdoorblog-anzuendhilfen-grill-risiko-sauerstoff-flussdurchquerung-sammeln-zuechten-flamme-luft-waermekontrolle-freude-loeschwasser-tippifeuer-stern02
Ganz wichtig ist zum Beispiel, dass es in freier Wildbahn nämlich gar nicht unbedingt offiziell gestattet ist, dass man einfach so eine offene Flamme entzünden darf und das kann zum Anderen echt teuer werden (zu Mindest hier in Deutschland).

Offiziell gestattet ist es natürlich immer an dafür vorgesehenen Grill bzw. Feuerplätzen, die in jedem Fall ordnungsgemäß ausgeschildert sind. Dort sind auch immer Sicherheitshinweise ausgeschildert um das Brandrisiko zu minimieren. Von Vorteil wär es natürlich auch hier, wenn ihr euch ausreichend Löschwasser für den Notfall bereitstellt (im Gelände nicht immer machbar, aber ihr solltet trotzdem dran denken und es versuchen).

Die andere offizielle Möglichkeit ist, wenn ihr die Erlaubnis des Grundstücksbesitzers habt, da wo ihr seid, Feuer zu machen. Ich gehe bei meinen Artikeln natürlich immer davon aus, dass ihr an dem Ort eurer Wahl natürlich auch feuer machen dürft und ihr macht das Feuer natürlich immer auf eigene Gefahr und ich übernehme natürlich auch keine Haftung für euch oder euer Verhalten, da wir ja alle schon groß sind und somit auch nur dann Feuer machen! 😉

Hier handelt es sich lediglich um ein paar kleine Anfängertipps als Starthilfe für den Outdoor interessierten.

Grundsätzlich kann man natürlich auf mehrere Arten Feuer machen. Damit meine ich jetzt das Anstecken eines Feuerkorb mit Grillanzünder oder sonstigen Anzündhilfen oder aber das Feuer machen, komplett ohne Hilfsmittel. Da allerdings in aller Regel die Zündhilfen, bis auf wenige kleine Ausnahmen im Gelände doch recht rar gesäht sind und es natürlich passieren kann, dass ein Feuerzeug plötzlich auf Grund einer Flussdurchquerung nicht mehr funktioniert, werde ich mich zunächst auf das Feuer machen mit minimalen Hilfsmitteln beschränken.

In meinen Augen sollte eines der wichtigsten Utensilien daher ein Feuerstahl sein! Wer sich noch nie ein Feuer mit Feuerstahl entzündet hat und vielleicht sogar eine Tour plant, bei der man drauf angewiesen sein könnte, der sollte in jedem Fall vorher kräftig üben. Es ist nämlich gar nicht so einfach wie es im Fernsehen aussieht. Aber wenn man es erst mal drauf hat, dann geht es fast von allein, wobei… einige Sachen gilt es vorher zu beachten. 😉
Ein Feuer kann nur funktionieren, wenn folgende drei Faktoren erfüllt werden: Wärme, Sauerstoff und Brenngut wenn nur einer der Faktoren nicht in ausreichender Form vorhanden ist, dann wird es nichts mit eurem Feuer! Überlegt euch genau was ihr für ein Feuer haben wollt. Lieber ein kleines besser zu kontrollierendes und vor allem konzentrierteres Feuer als ein großes oder ein Signalfeuer.

Ein Feuer sollte man immer von kleinen Stöckern zu immer größeren Ästen bis hin zu Holzscheiten bzw. Stämmen hochzüchten. Es wird euch nicht gelingen mit einem Feuerstahl einen Holzstamm zu entzünden, da die Wärme der kleinen Flamme nicht ausreicht (die drei Faktoren). Zu mindest nicht, ohne es von klein auf hochzuzüchten oder ohne Brandbeschleuniger, den wir aber nicht verwenden wollen und um den es hier ja auch nicht geht 😉

Zunächst beginnen wir mal mit der Suche für geeigneten Zunder. Als Zunder kann alles verwendet werden, was Trocken und in der Lage ist, schnell einen Funken vom Feuerstahl zu fangen. Am Besten eignen sich hier trockene Blütenstände von Farnen, der Inhalt von trockenen Rohrkolben und eigentlich alles, was schön trocken, locker und fein von der Struktur ist um ein Bett zum Funkenfang zu bilden. Sägespäne zum Beispiel sind hier aussen vor, weil sie nicht locker genug sind, sie würden nur glimmen und sind nicht geeignet zum Feuer anmachen. In der Regel reicht der Inhalt einer Hand voll Zundermaterial zum Entzünden.

Als nächstes brauchen wir zwei bis drei Hände voll kleine trockene Äste bzw. trockenes Gebüsch oder Gräser. Diese sollten in etwa Strohhalm dick sein um möglichst effektiv die Flamme vom Zunder Wachsen zu lassen.

Für das Stadium in dem das Geäst die Flamme hat wachsen lassen, brauchen wir dann etwas stärkere Äste, die in etwa den Durchmesser vom kleinen Finger haben.

Ab hier sollten die Äste dann immer stärker werden, bis hin zu Holzscheiten, die eine relativ lange Brenndauer haben. Zu Mindest lange genug um nicht ständig nachlegen zu müssen, wenn es sich beispielsweise um ein Lagerfeuer für die Nacht handelt, was ausreichend Wärme spenden soll.

Wichtig ist, dass ihr vorab immer genug von allem sammelt, da im Zweifelsfall zu wenig von einer Holzstärke dazu führen kann, dass euch das Feuer wieder ausgeht oder ihr zu Mindest ordentlich kämpfen müsstet (mit wedeln und pusten) um es wieder in Gang zu bekommen.
Auch immer zu beachten ist, dass das Feuer genug Luft (wieder an die drei Faktoren) bekommt um so richtig in Gang zu kommen, wenn ihr es beispielsweise zu voll ladet mit allem an Feuerholz was ihr gesammelt habt, dann macht ihr es euch nur unnötig schwer, das Feuer in Gang zu bekommen. Hinzu kommt dann auch noch, dass das Feuer dann, wenn es denn erst mal in Gang ist, relativ leicht außer Kontrolle geraten könnte, weil dann auf einen Schlag euer ganzes Brennmaterial abfackelt. Macht also langsam und lasst das Feuer wachsen, dann habt ihr am meisten Nutzen und Freude daran.

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So weit so gut, unser Brenngut haben wir somit schon mal zusammen. Jetzt geht es weiter mit dem Aufbau. Bei schönem Wetter kann man theoretisch sein Feuer überall anmachen, aber bei schlechtem Wetter sollte man sich gut überlegen, wo man es entzündet.

Da kommen einem zum Beispiel ein großer Findling, ein Felsvorsprung, eine Böschung oder eine kleine Baumgruppe als Wind bzw. Wetterschutz sehr gelegen. Aber wir erinnern uns, die Erlaubnis zum Feuer machen sollte vorhanden sein. Ausser es handelt sich um einen Notfall, dann müsst ihr natürlich selbst entscheiden, ob es euch lieber ist zu erfrieren, oder sich an die Regeln zu halten. Ich gehe aber weiter davon aus, dass ihr dort Feuer machen dürft. 😉

Wenn ihr einen geeigneten Platz gefunden habt, dann bereitet ihn etwas vor. Bei offener Fläche eine kleine Mulde graben und nach möglichkeit ein paar Steine im Kreis auslegen um eine Begrenzung zu schaffen. Dann achtet auch noch darauf, dass ihr kein kleines Geäst über eurer Feuerstelle zu hängen habt und bei eventuellem Funkenflug nichts anbrennen kann, was nicht anbrennen soll.

Wenn die Feuerstelle vorbereitet ist, dann machen wir uns an den Aufbau. Häuft euren gesammelten Zunder auf und fangt an die in etwa fingerdicken Stöcker wie ein nach oben spitz zulaufendes Indianertippi aufzustellen. Lasst aber genügend Luft zwischen den Hölzern (wieder an die drei Faktoren denken). Da hört es meiner Meinung nach auch schon auf mit dem Aufbau, da ich mich lieber nach dem Entzunden um den weiteren Aufbau kümmere. Wenn das Feuer später brennt, könnt ihr in der selben Formation dann das immer größer werdende Holz auffüllen. Das wär die meiner Meinung nach beste Formation für ein Lagerfeuer, was Wärme für die Nacht spenden soll.

Da gibt es natürlich noch viele weitere Möglichkeiten, was den Aufbau des Feuers betrifft, je nach dem, was man hauptsächlich damit bezwecken will.
Zum Beispiel ein Feuer in Sternform. Dafür macht man sich zunächst eine kleinere Form des Tippifeuer. Danach legt man etwas größere Stämme mit ca 30-50cm länge flach auf den Boden in Sternform um das Tippifeuer verteilt. Die Stämme sollten ein Durchmesser von ca. 10cm haben. Dann werden die Stämme nach innen an das Feuer geschoben, sodass sie von einem Ende her anbrennen. In der Mitte kann man dann ganz gut einen Topf oder ein Gefäß mittig über das Feuer stellen.

Noch eine weitere Variante wär wieder ein normales Tippifeuerchen und man schichtet auf beiden Seiten des Feuers zwei kleine Mäuerchen auf und hängt dann mittig seinen Topf über das im Zentrum liegende Feuer.

Zum Schluß gibt es dann eigentlich nur noch zu sagen, dass man ein Feuer, wenn man es entzündet auch wieder ordentlich ausmachen muss. Wie schon erwähnt, grabt als Vorbereitung am Besten ein kleines Loch um zum Schluß die restliche Glut mit Wasser zu übergießen und einzugraben.

Womit wir dann auch am Ende meines kleinen Artikels angekommen sind. In diesem Sinne, passt auf euch auf und lasst nichts anbrennen. 😉

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